Wahlen und Mehrheitsfindung…

©Rainer Sturm / Pixelio www.pixelio.de

… und die Probleme, die auftauchen können.

Wenn eine Partei bei einer Wahl 51% der Stimmen erreicht, dann stellt sie die Mehrheit im neuen Parlament und bestimmt die Politik der nächsten Legislaturperiode. Ein demokratischer Prozess, der von allen so akzeptiert wird. Was aber, wenn eine Partei die absolute Mehrheit verfehlt? Dann sucht sie sich einen Koalitionspartner, um die erforderliche Mehrheit zu erreichen. Denn eine Minderheitsregierung ist nicht nur rechnerisch ein Problem, sondern läuft auch Gefahr, von den Oppositionsparteien in ihren Entscheidungen ständig blockiert zu werden.

Warum wir hier über Politik schreiben? Ganz einfach. Weil wir mehrheitsfähig bleiben wollen.

Übertragen auf unser Projekt stellt sich die Frage: Was tun, wenn ein Genre zwar eine einfache Mehrheit erreicht und vielleicht auch nur mit einer Stimme Vorsprung?

Ist dann die Entscheidung für das eine Genre eine Mehrheits-Entscheidung? Grundsätzlich ja, denn wer die meisten Stimmen hat, ist der Sieger. Das ist nun mal so. Aber was, wenn ein Genre, wie es sich aktuell darstellt, zwar die meisten Einzelstimmen auf sich vereinen kann, aber in der Gesamtmenge nur etwas über 20% der insgesamt abgegebenen Stimmen erhalten hat.

Schliesst man dann nicht knapp 80% der an der Abstimmung teilnehmenden potentiellen Zuschauer und Unterstützer des Projekts aus? Läuft man dann nicht Gefahr, viele potentielle Unterstützer zu verlieren, weil sie sich mit dem gewählten Genre nicht anfreunden können? Ist das Projekt dann noch das, als das es angetreten ist?

Wir machen uns den Krimi, wie er uns gefällt. Das Motto des Krimi 2.0 sollte man wörtlich nehmen. Wie er uns gefällt. Eine Mehrheit der teilnehmenden User sollte man schon erreichen. Will man sie doch über die gesamte Laufzeit des Projekts teilhaben lassen. Hat also ein Genre wirklich gewonnen, weil es eine Stimme mehr als die anderen hat? Oder sollte man versuchen, eine stabile Mehrheit zusammenzufassen? Stabil, um im weiteren Verlauf des Projekts eine weiterhin grosse Bereitschaft zur Mitarbeit zu ereichen.

Bitte kurz mal drüber nachdenken: Wählt man den Weg, dass der Sieger der ist mit den meisten Einzelstimmen, so vergrault man eventuell knapp 80% der potentiellen Unterstützer, die sich sonst gerne eingebracht hätten. Wählt man aber den Weg einer Koalition, mischt man also in einem gesunden und verträglichen Verhältnis Elemente der zwei oder drei oder vielleicht auch vier Genre, die letztendlich eine absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen, vergrault man eventuell nur die etwas mehr als 20%, deren Favorit gerade vorne liegt. Nimmt man den gesamten Wählerwillen ernst, hat man aber die Chance, diesen 20% eine weitere Mitarbeit zu ermöglichen, weil Ihr Genre bestimmend sein wird.

Diese Frage gilt es zu diskutieren. Zögert nicht, kommentiert und legt Eure Sicht der Dinge dar. Wir machen uns den Krimi, wie er uns gefällt. Und uns seid IHR!!!

Über admin

Projektleiter Michael Jäger begibt sich auf den spannenden Weg, gemeinsam mit vielen Mitstreitern ein ehrenamtliches Projekt zugunsten einer sozialen Einrichtung zu stemmen, das es in dieser Form weltweit noch nicht gegeben hat. Ein Kriminalfilm nach Zuschauerwünschen gestaltet. Mitmachen ist keine Floskel, sondern ausdrücklich erwünscht.
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25 Antworten auf Wahlen und Mehrheitsfindung…

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  8. Karan sagt:

    Das Gute bei dieser Sache ist, daß sich hier die Möglichkeiten nicht kategorisch ausschließen, wie es z.B. bei der Debatte um zu besetzende Rollen der Fall wäre, weil ein Charakter ja im Normalfall nur von einem einzigen Schauspieler verkörpert werden kann. ;-)

    Bei der Genre-Abstimmung bietet es sich daher wirklich an, das Gesamtspektrum des Votings auch umzusetzen. Ich glaube, daß dabei etwas Hochspannendes heraus kommen kann, gerade weil die favorisierten Genres sehr kontrastreich sind.

  9. Raoul sagt:

    Ich schließe mich der Meinung von @Karan an. Es wird schwierig sein bei der Anzahl der Vorschläge ein eindeutiges Votum zu erhalten. Ich denke, es geht bei der Abstimmung ohnehin um die Tendenz, die dann vorgegeben ist. Das ist aber auch spannend.

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  11. Es ehrt Euch, wenn Ihr Euch so viele Gedanken macht und Eventualitäten abwegt. Ich würde Euch wünschen, dass das nicht die Kraft kostet, die sicher an anderer Stelle gebraucht werden wird.

    Was mich anbelangt – wenn Ihr eine Abstimmung einstellt, dass ist der Sieger der Vorschlag, der auf Nr. 1 gevoted wurde.

  12. sandra sagt:

    also ich finde, wer schon die Lust an dem projekt verliert nur weil das genre was man mag nicht die mehrheit hat, dann hat man auch nicht wirklich interesse am projekt krimi 2.0 gehabt. das ist doch das risiko aber auch das kreative an der sache, warum nicht die zwei höchstplatzierten mixen wenn es möglich ist bzw auch mal ein genre nutzen was nicht sooo alltäglich ist :)
    ich finds gut so wie es ist und schauen wir mal was rauskommt am ende :D

  13. Flo sagt:

    Das Wahlsystem gefällt mir ohnehin nicht so besonders gut. Man hat nur eine einzige Stimme zur Verfügung, aber die meisten sind womöglich mit mehreren Auswahlalternativen zufrieden. Die einfache Mehrheitswahl finde ich an dieser Stelle ungeeignet.
    Besser geeignet halte ich in diesem Fall das Condorcet-Verfahren. Dazu habe ich sogar schon einmal freie Wahlplattform-Software gefunden, die das implementiert.

  14. Tom sagt:

    Ich finde den Einwurf gut, glaube aber nicht, dass die angenommenen 80% sich dann nicht mehr für das Projekt interessieren würden. Vielleicht wird sich jemand sagen, er könne mit Film Noir oder einer Krimikomödie nichts anfangen und in Zukunft das Projekt meiden, aber ich denke, dass ein Großteil dennoch weiter machen werden.

    Spinnen wir das aber mal weiter so dürften zum Schluss nur noch wenige Leute dabei sein, wenn bei jeder Abstimmung die “Unterlegenen” die Lust am Projekt verlieren.

    Aber meiner Meinung nach ist es dennoch demokratisch zu sagen, dass man den Krimi 2.0 auch zu einer Mischung der unterschiedlichen Typen werden lassen kann. Da liegt es dann in der Feder der Autoren, da was raus zu zaubern. In einem Film Noir darf sicher auch gelacht werden oder ein Agent spioniert im Gefängnis. In einem Thriller können natürlich auch Element des Film Noirs oder einer Krimikomödie zu finden sein. Ich unterstütze zwar den Film Noir, werde aber definitiv nicht des Boot verlassen, sollte ein anderes Genre das Rennen machen. Dafür ist das Projekt zu spannend und interessant.

    Fragt sich dann nur, reicht uns eine einfache Mehrheit oder brauchen wir die absolute Mehrheit? Wäre es auch möglich, dass wir die 80% durch die Genre zusammenbekommen ohne das mit den meisten Stimmen zu zählen?

    Ich sehe das ganze als eine Art “Empfehlung” von uns an. Letztendlich liegt es doch in den Händen der Autoren unser Meinungsbild in die Geschichte zu projizieren.

  15. frauellen sagt:

    wenn euch das jetzige ergebnis unsicher macht, nehmt doch einfach die 2 oder 3 ergebnisse die zusammen die absolute mehrheit ausmachen und wiederholt die abstimmung mit diesen. das müßte doch eigentlich ein klareres bild ergeben, in welche richtung es dann weitergehen soll…?

  16. Lutz_ek sagt:

    Hm, die Idee von @frauellen klingt doch gut nach Politik, so machen es die Herrschaften in Berlin doch auch, also fast :-)

    Wenn ein komischer Spionagefilm rauskommt heißt es ja nicht, dass er schlechter wäre als nur ne Komödie oder nur ein Spionagefilm.

  17. Thorbjörn sagt:

    Uhh, also Genres mischen würde ich eher nicht, das kann schnell nach hinten losgehen.. Eine Krimikomödie Noir? Naja, irgendwie nicht, oder? Ich persönlich denke, daß das nur schiefgehen kann.

    Ganz persönlich finde ich diese Ansicht “die meisten haben das eine gewählt, die Mehrheit aber nicht, also soll die Abstimmung nicht gelten” nicht sehr schön. Das wurde in meiner persönlichen Vergangenheit gerne genutzt, um eigene Wünsche durchzubringen. D.h. eine bestimmte Person, die B haben wollte, lies abstimmen, 40% für A, 35% für B, 25% für C. Ganz klar, 60% gegen A, also wird B gemacht. Natürlich nicht ganz so plump aber eben doch.

    Um dem ganzen Problem zu entgegnen, hätte man ggf. von vornherein jedem Wähler einmalig drei Stimmen zusprechen sollen oder sogar die Möglichkeit, eine Kategorie abzulehnen. Nun denn, das kann man nicht mehr ändern. Zur Not muß eben nochmal über die besten zwei (dann kriegt man auf jeden Fall eine absolute Mehrheit) oder drei der jetzigen Wahl abstimmen lassen. Ansonten: diese Abstimmung zählt und gut.

    In jedem Fall werde ich den Krimi2.Null weiter unterstützen, denn GRADE wenn ein Genre gewählt wird, welches mir nicht so gefällt, kann ich im weiteren Verlauf ggf. in Zukunft durch weitere Abstimmungen/ Vorschläge noch ein wenig lenkend einwirken. Wird schon!

  18. Tom sagt:

    Wenn mehrere eng beieinander liegen, könnte man das schon mischen, oder? Ich hab keine Ahnung was “Noir” direkt bedeutet. Gibs da mal ein paar Beispiele? Also ein Farbfilm sollte es schon sein. :D

  19. Thorbjörn sagt:

    Wikipedia fasst das eigentlich ganz gut zusammen: http://de.wikipedia.org/wiki/Film_noir

    sw muß es nicht zwingend sein, wobei das oft die Erzählung unterstützt. Sehr gute Vertreter des Film Noir in Farbe sind m.M.n. Chinatown, Serpico oder No Country for Old Men. Naja, da gibt es einige. Und bald vielleicht den ersten Film Noir 2.0. :-)

  20. Pingback: Krimi 2.0

  21. Harald Link sagt:

    Also … man kann’s auch übertreiben. Die einfache Mehrheit reicht in der Regel, um den Regierungschef zu stellen, und der bestimmt die Richtlinien der Politik :)
    Im speziellen Fall Krimi 2.0 würde ich – ganz pragmatisch – den schwarzen Peter schlicht und ergreifend den Drehbuchautoren zuschieben. Platz 1 “Film noir”, Platz 2 “Spionage”? Na dann baut eben noch eine kleine Nebenhandlung ein oder übernehmt einzelne Aspekte aus dem zweit- und drittplatzierten Genre.
    Im übrigen: Auch eine Demokratie hat ihre Grenzen. Wo die genau liegen, bestimmt letztlich der Regisseur :)

  22. Ich würde auch mal empfehlen: Locker bleiben. Irgend einen Weg muss es geben, zu einer Entscheidung zu kommen und im weiteren Verlauf wird sicher noch genug Raum bleiben, eigene Vorstellungen einzubringen. Wenn’s kein Film Noir wird, wird’s eben keiner. Ich finde Krimi 2.0 dennoch spannend genug, um am Ball zu bleiben.

  23. Thomas sagt:

    Da ich ja die Diskussion via Facebook anscheinend begonnen habe, wollte ich auch hier mal meine Meinung kundtun. Anlaß meiner Debatte war, daß ja zwei klare Favoriten sich herauskristallisieren: Film Noir und Kriminalkomödie. Reine Kriminalkomödien denke ich, daß wir Deutschen das nicht wirklich hinbekommen, da diese meist in Klamauk ausarten (z.B. der Wixxer). Oder kann mir jemand eine wirklich gute Kriminalkomödie der letzten Jahre nennen? Film Noir ist ja in früheren Jahren wahrlich eine Spezialität der Deutschen gewesen, leider in den letzten Jahren auch vollkommen verschwunden. Als Kombination der beiden fällt mir nur “Tote tragen keine Karos” ein. Ein Thriller gehört meines Erachtens immer noch nicht in die Aufzählung (sorry). Also war meine Meinung, daß es eine Kombination von mehreren geben sollte – was auch den Autoren etwas mehr Freiheit gäbe. Letztendlich kommt es doch nur auf das Drehbuch und die Schauspieler an, was einen Guten Film ausmacht. Und schon aus Geldgründen wird es wohl kein zu aufwändiger Film (was es ja nicht sein muß). Deshalb plädiere ich immer noch auf den Gerichtsfilm, was durchaus ein Top-Film werden könnte, wenn Drehbuch und Schauspieler stimmen. Ich fand ja auch Christoph Waltz in Inglorious Bastards in den Monologteilen extraklasse. Insgesamt ist es mir aber egal, Hauptsache der Film wird spannend, unterhaltsam, was Besonderes und Oscar-verdächtig. :-)

  24. Andreas sagt:

    Ich neige nach wie vor zum Film Noir. Genau aus den Gegenteiligen Gründen, wie sie Dirk Daniel aufgeführt hat. Komödie ist modern, ich würde sagen ausgelatscht. Wie wohl auch Thomas über mir traue ich uns Deutschen einfach keine gute Komödie zu, wir sind nicht wirklich witzig, unsere Comedianflut belegt das.
    Nein, der Krimi 2.0 ist etwas neues, eine neue Art etwas eingefahrenes mit frischem Schwung wieder nach vorne zu bewegen. Da passen die klassischen Genre meiner Meinung nach bestens hinein und ich persönlich halte den Film Noir für ein sehr mächtiges Genre.

    Was den Topic und somit die Problematik der Mehrheitsfindung angeht: Wir wählen hier nicht den Präsidenten, wir wählen die erste grobe Marschrichtung. Es geht ersteinmal darum festzulegen wo der Weg hinführt. Und wer sagt denn bitte, dass es in einem Film Noir nicht auch Humor geben darf? Lassen wir mal den Haudraufklamauk aussen vor, es gibt im schönen, weiten Feld des Sarkasmus genug Feinheiten die man bestens in einen Film Noir einfliessen lassen kann. Ebenso kann man die Handlung in die Agentenszene verlegen, was einer Komöde ebensowenig abträglich sein muss wie dem Film Noir. Mir fällt z.B. auf die Schnelle ein einen abgehalferten Detektiv im Rahmen einer Wirtschaftsspionageangelegenheit ermitteln zu lassen, schon haben wir zwei Genre gewinnbringend miteinander verknüpft.
    Meiner Meinung nach sollte man das Ergebnis des ersten Votings als Grundstock nehmen und dann bei der Wahl der Subgenre und der Handlung einen Blick auf die weiteren Plätze werfen.

    Eines steht für mich aber fest, ich sehe die Wahl sportlich, nicht politisch, wer die meisten Stimmen hat gewinnt.

  25. thorbjoern sagt:

    Ich möchte Andreas voll und ganz zustimmen!

    Hat jemand “Verschwörung im Berlin-Express” gesehen? Die schwedische Antwort aus die Frage ob in einem Film Noir Humor erlaubt ist.

    Wobei man sich klar machen sollte, daß Witz und Humor nicht auf den Kram beschränkt ist, den deutsche Komiker/ Comedians so von sich lassen. Da geht mehr! :-)