von Michael Jäger
Viele Mails erreichen mich seit gestern. Bedauern, dass ein solches Projekt scheitern soll, weil die Regeln nunmal Regeln sind, und eine falsche Bewerbung nun einmal nicht angenommen werden kann. Es wäre schlicht unfair, wenn jemand mit einem Showreel vergangener Produktionen imponieren könnte, der andere sich aber Mühe gibt und eine persönliche Vorstellung bastelt, aber scheitert, weil der andere ja schon so viel gemacht hat.
Die Schauspieler/innen sollen überzeugen mit ihrer Persönlichkeit, die sie in dem kurzen 3-minütigen Clip rüberbringen. Sie sollen überzeugen mit dem offensichtlichen Wunsch, bei dem Projekt dabei zu sein. Wir wollen keine klassische “Schick mal Dein Band-Bewerbung”. Das ist 1.0, wir sind 2.0, so einfach ist das.
Klar bin ich schockiert. Die Quote der formal falschen Bewerbungen ist erschreckend. Trotzdem waren auch in den falschen Bewerbungen witzige Teile dabei, wären da nicht die Ausschnitte vergangener Produktionen und das Nutzen von Gema-pflichtiger Musik. Da ich aber das Video-Material als “Krimi 2.0″ bereitstellen würde, drohen mir Abmahnungen. Das kann ich also auf keinen Fall zulassen.
Und wieder trifft es damit die Falschen. Für diejenigen, deren Bewerbung nicht den Vorgaben entspricht, ist es schlicht eine weitere Bewerbung, die nicht geklappt hat. Aber durch die Entscheidung, das Projekt zu stoppen, wird denjenigen, die sich eben genau an die Vorgaben gehalten haben, die Chance genommen. Zusätzlich zu all den anderen, die sich mit dem Projekt auseinandersetzen und daran mitwirken, werden sie bestraft, obwohl sie doch alles richtig gemacht haben.
Die Bewerbung der Schauspieler und das Voting über die Bewerber/innen war ein weiterer Akt in der Dramaturgie von “Krimi 2.0″ Es sollte den Schauspielern die Möglichkeit geben, für sich zu werben und damit natürlich auch das Projekt “Krimi 2.0″ weiter verbreiten. Wir haben keinen TV-Sender oder eine Zeitung im Hintergrund, die täglich das Pushing übernehmen. Wollen wir auch gar nicht. “Krimi 2.0″ ist ein Netz-Projekt und jeder Tweet und jeder Facebook-Post und jeder Blog-Post auf anderen Seiten, der zur Verbreitung des Projekts beiträgt, ist genauso wichtig in unseren Augen.
Was aber, wenn ein Akt in einer Aufführung nicht gespielt werden kann? Fällt dann nicht das ganze Stück ab? Fehlt da nicht was? Wo bleibt die Spannung beim Voting? Erinnert Euch an das Leichen-Voting: Vier Kämpferinnen für sich und das Projekt. Und am Schluss eine glückliche Gewinnerin, die alle an ihrem Glück teilhaben liess.
Heute nacht sind weitere 2 Bewerbungen eingetroffen. Sie sind formal korrekt. Einmal für die Rolle Andreas Heldt und einmal für die Rolle Paula Pospichil. Die beiden Schauspieler haben ihren Mut bewiesen und wollten sich einem Voting stellen. Auch sie würden bestraft, weil andere sich nicht an die Regeln hielten. Weitere Schauspieler haben sich per Mail gemeldet und angekündigt, dass ihre Bewerbung den Kriterien entspräche, sie aber noch nicht fertig sei.
Es gibt eine einzige kleine Alternative. Allerdings liegt das nicht in meiner Entscheidung, sondern ich möchte, dass Ihr diese Entscheidung trefft. Wäre es eine Option, bei einigen Rollen auf ein Voting zu verzichten und den Mut und die Idee der Bewerber/innen mit einer Hauptrolle zu belohnen? Bei den Rollen, für die tatsächlich mehrere korrekte Bewerbungen eingehen, kann dann doch ein Voting durchgeführt werden. Ich würde den Bewerbern, deren Clips teilweise den Vorgaben entsprachen, nochmals in einer Mail auffordern, ihre Clips bis Samstag, den 17.07.2010 so zu ändern, sodass sie den Vorgaben entsprechen. Wir würden auch neue Bewerbungen noch annehmen, wenn sie zu 100% den Vorgaben entsprechen.
Könntet Ihr damit leben? Mit Bauchgrummeln? Es wäre echt jammerschade um das Projekt, wir waren schon so weit. In knapp 2 Monaten wäre schon Drehbeginn.
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Jaaaaa! Damit können wir sehr gut leben; ich auch ganz ohne Bauchgrummeln. Auf geht’s: Weitermachen!!
Finde ich klasse das es doch weitergeht!
Ich fände es ehrlich gesagt SEHR Schade, wenn man nur weil man sich eisern an einem Reglement festhält, das ganze Projekt einstampft. Die Frist bis Sonntag ist ziemlich knapp meiner Meinung. Wieso schiebst Du nicht die Deadline um eine Woche. Ich denke das Beinaheende sollte den ein oder anderen der Dir bisher zu faul war ne passende Bewerbung zu schicken aufgeschreckt haben.
Was ich dagegen bedauere, dass Laiendarsteller komlett auschloseen werden, da gearade Filme wie “Verblendung” gezeigt haben was für brillante Darstellerinen auftauchen können. Ein Laie mit einer überzeugenden 2.0 Bewerbung hätte man durchaus zulassen sollen.
Liebe Grüße
Tom
auf jeden Fall!
Hallo Michael, klar ist das einen sehr gute Option. Mein “Ja” hast Du für das Projekt.
Ich kann auch absolut damit leben. Es wäre ein riesen großer Jammer dieses tolle Projekt einfach sterben zu lassen.
Tolle Option, bin dafür. Gruß
Lasst die Spiele beginnen
Hallo.
Ich schreib jetzt hier das erste Mal etwas, obwohl ich das Projekt seit Beginn verfolge.
Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass es offenbar so grosse Schwierigkeiten gibt, Regularien aufzustellen, die ein wenig ungewöhnlich und neu sind. Diese Regeln dann aber wieder über Bord zu werfen, um zu den altbekannten zurückzukehren ist eigentlich ein Eingeständnis des Scheiterns. Oder?
Ausserdem fände ich es einigermassen ungerecht (obwohl es beim Film oft sehr ungerecht zugeht) die Regeln nur für einige ausser Kraft zu setzten, wie das in dem Beitrag gefragt wird. Damit würde man doch die benachteiligen , bei denen zufällig mehrere formal korrekte Anmeldungen eingegangen sind.
Ich fand die Entscheidung ‘die Reissleine zu ziehen’ sehr richtig und mutig.
Die Phase der Schauspielerfindung ist ja eigentlich noch eine sehr frühe in der Produktion eines Filmes.
Jetzt schon solche Kompromisse einzugehen würde sich meiner Meinung nach später noch sehr bemerkbar machen.
Deshalb: Krimi 2.1 (demnächst)
Markus Ziegler
dp|munich|germany
Lieber Markus
Welche Regeln würden über Bord geworfen? Wo steht das? Für wen werden Regeln ausser Kraft gesetzt?
Eine falsche Bewerbung wurde nicht angenommen und wird nicht angenommen werden, sollte es eine Fortsetzung geben.
Scheitern ist ein grosses Wort gelassen ausgesprochen. Alles ist glatt gelaufen bisher, viel glatter, als man das glauben konnte vor dem Start eines völlig neuen Konzepts.
Als in der Branche Tätiger solltest Du doch am besten wissen, wieviel Arbeit schon drinsteckt 2 Monate vor einem Drehbeginn.
OK, let’s go!
Wenn für eine Rolle halt nur eine Bewerbung da ist entfällt eben das Voting, fände ich fair & problemlos, da het die/derjenige halt Glück gehabt, dass er keine Konkurrenz hat, kann ja keiner was für wenn sich niemand weiteres meldet
Ein eindeutiges “Ja Ja Ja!!”. Zur Frage Laienschauspieler: ich weiß nicht wie das bei der Schauspielerei ist, in der Musik gibt es aber eine breite Zone von “Semiprofessionellen”, die einerseits in Anspruch und Qualität durchaus “Profis” sind, denen aber die Musik (noch) nicht die Miete zahlen kann und die deshalb nebenbei “hauptberuflichen” Brotjobs nachgehen, die ihnen ihr Einkommen sichern. Wenn es sowas bei Schauspielern auch gibt wäre es IMO schade, die Hürde, was “professionell” sei, zu hoch anzusetzen. Klar, reine “Hobbyschauspieler” passen nicht rein, deine Argumente kann ich da sehr gut nachvollziehen und sehe das auch so. Aber sollte es zwischen Hobby und Vollberuf eine ähnliche Grauzone wie “bei uns” in der Musik geben, plädiere ich da für weitgehende Offenheit, denn gerade diese “Semiprofis” (wenn ich meine Erfahrung mit entsprechenden Musikern auch hier ansetzen kann) müssten extrem engagiert und damit auch zuverlässig genug sein….
Sven, ich versteh Deine Argumentation durchaus. Ich kann nur aus meienr Erfahrung sprechen, wenn ich sage, dass ein durchaus talentierter Laie für ein paar Szenen durchaus Glanzleistungen abrufen kann. Die Frage ist aber, ob er das für einen 90-Minüter schafft. Da könnten wir aber kein Experiment eingehen aus den bereits genannten Gründen. Der Druck ist extrem gross.
Verstehe – wobei ich den “Semiprofi” in der Tat lange nicht mehr als “Laien” sähe – kann aber freilich sein, dass bei Schauspielern dieses Grenze schärfer gezogen ist als bei der Musik und Laien=Hobby und Profi=Beruf, in dem Fall, klar, geht das nicht.
JAAAAAAAAAAAAAAAAAA!
Mein Reden, gebt den 1.0ern noch eine zweite Chance. Ist halt ihr erstes mal.
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Was spircht gegen die Regeln, wenn sich auf eine Rolle nur ein/e Bewerber/in beworben hat die den Kriterien entsprochen hat, diese/n dann zu nehmen? Wäre doch bei mir genau so gewesen, wenn nich kurz vor der Deadline noch 3 Leichenvideos aufgetaucht wären?
Ich bin mir sicher, dass wenn wir Voring machen würden, ob das Projekt unter diesen Bedingungen weitergeführt werden soll oder eingestampft werden soll, wir ein Ergebnis mit weit über 90% für “dafür” haben.
*maschineriewiederhochfahr*
Keiner hört das weil ich hier laut jubel und tanze
Waren ja auch nur so meine Gedanken.
Das Ende des Projektes war also so eine Art Warnschuss. Das hat hoffentlich geholfen. Ich freu mich sehr, dieses Projekt weiter zu beobachten. Und am End auch ins Kino zu gehen..
In diesem Sinne: Weiter so. Krimi 2.0.1
Markus
Na also. Da zaubert er wieder eine Lösung aus dem Hut, der Herr Jäger. Prima!
Ran an den Speck!
Es ist doch nurlogisch, dass man nur die Darsteller zum Voting bieten kann, die sich beworben haben. Wenn ich als Einziger bei ner Auktion auftauchen kann ich auch nix dafür, wenn ich nen Volltreffer lande.
Es ist eine gute Option, mit der ich mehr als zufrieden bin. Klasse, das es nun so doch eine Moeglichkeit gibt, das Projekt in das viel Herzblut, Schweiß und Arbeit gesteckt wurde, weiter gehen kann. Druecke weiter die Daumen, dass es nun weiter gehen kann. Und die naechsten Stolpersteine genauso gut ueberwunden werden koennen. #freudentraenchenwegwisch.