Die Gesundheit und das tägliche Brot

Viele von Euch warten wie wir sehnsüchtig auf das Drehbuch für den “Krimi 2.0″.

So gerne wir Euch allen da draussen und vor allem dem Regie-Team, den Schauspielern und all den anderen beteiligten Abteilungen ein Drehbuch schicken würden, wir können es noch nicht. Warum, sei so vorsichtig wie möglich formuliert und doch so offen wie nötig.

Wir sind mit 6 Autoren gestartet und es stellt sich im Nachhinein heraus, dass dies absolut der richtige Weg war. Nach dem unplanmässigen Zwischenhalt aufgrund fehlender bzw. formal nicht korrekter Bewerbungen hatten zwei der Autoren einen grossen Auftrag angenommen, den sie zu Gunsten von “Krimi 2.0″ bis dahin zurückgestellt hatten. Mit den restlichen vier Autoren ging die Drehbuch-Entwicklung weiter. Zwischenzeitlich hat sich ein weiterer Kollege angeschlossen, der allerdings nicht von Anfang an in die Idee eingebunden war und nicht so ohne weiteres den roten Faden mitbauen kann.

Die Autoren haben alle, und das ist aufgrund ihrer Qualifikation zu erwarten, immer wieder bezahlte Angebote und Projekte, die sie nicht immer nach hinten verschieben können. Das ist absolut verständlich, denn wie alle anderen müssen auch die Autoren ihre Miete und ihren Unterhalt verdienen.

In der letzten Woche hat sich die Situation allerdings unerwartet dramatisch zugespitzt. Ein Autor wird eine unausweichliche Operation über sich ergehen lassen müssen. Es ist nicht lebensgefährlich, aber dringend genug, um nicht verschoben werden zu können, soviel können wir sagen, ohne zu reisserisch zu formulieren. Wir wünschen an dieser Stelle alles erdenklich Gute für die Operation und den Heilungsprozess.

Sein Partner, mit dem er normalerweise arbeitet, hat zeitgleich ein Angebot bekommen, dass er nicht aussschlagen kann. Als Autor die Regie des eigenen Buchs übernehmen zu dürfen, ist eine Chance, die er zurecht angenommen hat.

Das verbleibende Autoren-Paar hat in der letzten Woche ebenso unerwartet einen Auftrag bekommen, ein Drehbuch für die ARD-Sendereihe “Tatort” noch im Oktober zumindest in einer Entwurfsfassung zu erstellen. Ebenfalls ein Auftrag, den man nicht so einfach ablehnt.

In einer langen und konstruktiven Diskussion hat unser Head-Autor Jan Hinter verständliche Befürchtungen geäussert, dass unser Drehbuch auf den letzten Metern ernsthaften Schaden nehmen könnte, wenn man sich nicht in gebührendem Mass damit beschäftigt, beschäftigen kann. Um also ein wirklich stimmiges Drehbuch abliefern zu können, das der Regisseur nicht noch mehrere Male nach Überprüfung zur Überarbeitung zurückgehen lassen muss, sind wir übereinkommen, den Abgabetermin auf Ende des Jahres zu setzen.

Eine grauenhafte Vorstellung für mich als Projektleiter, haben wir doch eine sehr gute mediale Aufmerksamkeit in den ersten sechs Monaten des Projekts “Krimi 2.0″ erreicht. Im schnell vergessenden Web 2.0 mag es ein gefährliches Unterfangen sein, so drastisch eine zeitliche Verschiebung nach hinten zu kommunizieren. Allerdings sehen wir keine andere Chance, schliesslich wollen wir ein tolles Drehbuch zu einem tollen Projekt bauen. Und was sollte da eine Verzögerung, auch wenn sie wie jetzt entschieden ist, verschlimmern?

Jan Hinter und das gesamte Autoren-Team werden weiterhin gemeinsam am Drehbuch arbeiten, aber eben nicht mehr so regelmässig wie bisher. Die Gesundheit der ehrenamtlich Tätigen und ihr Broterwerb gehen in jedem Fall vor.

Uns ist klar, dass nun der ein oder andere “Netz-Nörgler” sich berufen fühlt, das Projekt “Krimi 2.0″ als im Scheitern begriffen darzustellen. Dem ist nicht aber so. Die Verschiebung der Finalisierung des Drehbuchs hat nämlich auch Vorteile.

Ein Drehbeginn im November hätte uns immense Probleme durch das nicht gesicherte Wetter gebracht. Aussenszenen in Schliersee und Spitzingsee in der Vorweihnachtszeit mit der oft tristen Lichtstimmung hätte uns nicht nur bildmässige Probeme bereitet, auch hätten alle Beteiligten wenig Spaß am Arbeiten in der Kälte gehabt. Was nützt uns ein stures Festhalten an einem Zeitplan, wenn sich die Schauspieler die Nase abfrieren?

Wir werden, da im Buch ein Zeitsprung von drei Jahren sein wird, trotzdem einen Teil Anfang des Jahres 2011 im Schnee drehen können. Wir wissen bereits, dass wir eine Almhütte haben, in der und um die ein Teil der Geschichte spielen wird.

Wir haben also die Chance, einen Teil im schönsten Schnee zu drehen und den eigentlichen Fall in einem wieder grünen und warmen Frühling in den bayrischen Vor-Alpen zu erzählen. Eine den Umständen entsprechend Glück-im-Unglück-Lösung, mit der wir als Kern-Team gut leben können.

Zudem gibt es mir als Projektleiter die Chance, weitere Unterstützer zu finden, um diverse noch benötigte Dinge und Produkte, die sich durch das Drehbuch ergeben, besorgen zu können.

Wir hoffen natürlich sehr, dass wir die Begeisterung, die das Projekt seit Beginn ausgelöst hat, wieder aufleben lassen können. Sobald sich Neuigkeiten rund um das Projekt ergeben, werden wir das wie bisher offen kommunizieren. Damit sind wir doch ganz gut gefahren bisher, oder?

Freuen wir uns also auf die professionelle Fertigstellung des Drehbuchs und produzieren dann eine tolle Krimi-Komödie, die sich dadurch auszeichnet, dass viele Menschen ehrenamtlich ein wahrscheinlich einmaliges Projekt so unterstützen, dass am Schluss ein preiswürdiger Film herauskommt.

Und unseren Autoren wünschen wir alles Gute und danken Euch allen herzlich für das Vertrauen in das Projekt “Krimi 2.0″.

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Kreativität meets Zeitplan

Seit einer Woche sitzt ein einsamer Projektleiter eines ambitionierten Internet-Projekts an einem kleinen Bergsee mitten im bayrischen Oberland und schaut aufs Wasser. Eigentlich wollte er seit 4 Tagen die Sponsoren besuchen, die für “Krimi 2.0″ die Locations bereitstellen und darüber in Wort und Bild berichten.

Das Wetter in diesen Tagen nennt man wohl wechselhaft. Begrüsst der Tag den Besucher mit Sonne, kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass sich die Wolken kurz darauf über die Gipfel schieben und Wasser lassen. Umgekehrt kann es aber genauso passieren. Die Laune des einsamen Projekteiters in den Bergen verhält sich ähnlich. Und doch muss man es hinnehmen.

Rauchende Köpfe weltweit

Der Zeitplan von “Krimi 2.0″ war von Anfang an ziemlich eng gestrickt. Ein Drehbeginn Anfang September war ein gewagtes Unterfangen, obwohl man meinen sollte, in 4 Monaten sei ein produktionsfähiges Drehbuch entwickeln zu lassen. Doch die Bred&Butter Jobs der Autoren haben nunmal Vorrang. Jan Hinter hat das in seinem Interview anschaulich und verständlich erklärt. Wie wir wissen, hat sich die Fertigstellung des Drehbuchs um vier Wochen nach hinten verschoben, also auf Ende September. Die Autoren, einer davon in Los Angeles wohnhaft, kommunizieren täglich über iChat, verteilen ständig Aufgaben neu, eben weil die Bred&Butter Jobs auch noch da sind. Aus den anfänglich sechs rauchenden Köpfen wurden zwischendurch vier, mittlerweile hat aber ein weiterer Autor den Weg zu “Krimi 2.0″ gefunden. Er ist der Assistent einer bekannten deutschen Film-Produzentin, die ihn für das Projekt “Krimi 2.0″ zumindest zeitweise freigestellt hat, weil beide das Projekt spannend finden. Wir hoffen, ihn bald offiziell vorstellen zu können. Vielleicht ergeben sich dadurch noch andere Effekte für das Projekt.

Das Drehbuch steht (naja fast)

Die Geschichte um unseren Helden, aufgebaut auf Umfragen und Votings, stellt unsere Autoren immer wieder vor kleine Probleme. Lösbare Probleme, aber sie tauchen nun mal auf. Die Geschichte als Ganzes steht, die ersten 30 Szenen sind geschrieben und dialogisiert, die letzten 30 Szenen stehen ebenfalls. Die Autoren sind sich also einig, wie die Geschichte beginnt und wie sie endet. Nur die Mitte, da haperts noch. Jede Sezne, die jetzt geschrieben wird, muss sowohl von vorne wie auch nach hinten passen. Gleichzeitig müssen die Locations eingebaut werden. Und das alles natürlich sinnvoll, denn nichts wäre sinnloser als eine Szene einzubauen, die keinen Anschluss im Buch hat, nur weil ein Sponsor bedient werden muss.

Und so sitzen wir alle auf Kohlen. Die Sponsoren würden gerne wissen, wann es denn nun endlich los geht und wann und wie oft wir bei ihnen drehen werden. Die Schauspieler würden gerne wissen, wie oft und wann sie zum Einsatz kommen. Die Fans wüssten gerne, wann sie die Dreharbeiten besuchen können und eventuell mitspielen.

Was wir bisher sagen können: Die Alte Wurzhütte wird sicherlich der Hauptdrehort werden. Das Hotel wird als getarntes Therapie-Zentrum dienen. In Spitzingsee sind darüber hinaus als Drehorte vorgesehen: Das Willy-Merkl-Haus und das Arabella Shreraton sowie die Taubenstein-Bergbahn.

Die Locations in Schliersee selbst stehen noch nicht zu 100% fest. Sobald wir mehr darüber sagen können, werden wir das tun. Die Autoren haben versichert, dass das Drehbuch Ende September steht. Mit einem Dreh-Start Mitte Oktober sollten wir also ein Zeitfenster haben, das man anvisieren kann. Aber wie man in Bayern sagt:

Nix Gwiss woass ma ned

Kreativität hält sich eben nicht immer an Zeitpläne. Da muss man dann als Projektleiter kreativ den Zeitplan anpassen. Ein nervenaufreibendes Unterfangen. Aber lieber ein durchdachtes und sinnvolles Drehbuch, das seine Zeit braucht als ein hingeschludertes Etwas, das nicht ausgereift ist. In diesem Sinne. Abwarten und Tee trinken. Hotelkaffee schmeckt eh nirgends. ;-) Und Bergluft tut auch mal gut.

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